Die Nacht der 110 Stimmen
Illumination des Alten Landtages
Vom 6. bis zum 14. November 2026 wird der Alte Landtag an der Tappenbeckstraße in Oldenburg illuminiert. Im Mittelpunkt stehen die Perspektiven junger Menschen auf ein Thema, das unsere Gesellschaft maßgeblich prägt: die Demokratie.
Was ist der Hintergrund?
Mit der Illumination werden die Stimmen von Oldenburger Schülerinnen und Schülern sichtbar gemacht, die im Juni 2026 am Demokratieprojekt „110 Stimmen für unsere Zukunft“ der Polizeidirektion Oldenburg teilgenommen hatten. Im Zentrum der Veranstaltung stand die Antwort auf die Frage: „Was bedeutet Demokratie für mich“.
Wie entstand diese Idee?
Die Polizeidirektion Oldenburg hatte das 110-jährige Bestehen des Alten Landtags zum Anlass genommen, erstmalig ein Bildungsformat anzubieten, in welchem die Schülerinnen und Schüler die Demokratie nicht als Theorie, sondern als konkrete Handlungserfahrung erleben können.
Mehr als 600 Schülerinnen und Schüler aus sieben Oldenburger Schulen folgten im Juni 2026 der Einladung und nahmen am Projekt „110 Stimmen für unsere Zukunft“ im Alten Landtag teil. Die überwiegend 15- bis 17- jährigen Jugendlichen setzten sich in interaktiven Workshops praxisnah mit Fragen der Mitbestimmung, Verantwortung und gesellschaftlichen Teilhabe auseinander.
Der Veranstaltungsort im Dobbenviertel war dabei nicht zufällig gewählt. Der Alte Landtag steht zum einen für einen demokratischen Aufbruch im Oldenburger Land im Übergang der Monarchie hin zur Weimarer Republik, symbolisiert aber auch den Zerfall der Demokratie mit der Auflösung des Parlaments und der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten. Damit bildet das Gebäude einen besonders historischen Rahmen für die Auseinandersetzung mit den Chancen und Gefährdungen der Demokratie.
Was haben die Jugendlichen erlebt?
An insgesamt sechs Workshopstationen beschäftigten sich die Jugendlichen unter anderem mit dem Grundgesetz, sozialen Medien, Konsensfindung und dem Umgang mit Fake News.
Sie diskutierten zu den Fragen: Warum ist die Demokratie so wertvoll und schützenswert? Was kann eine Demokratie bedrohen? Und was kann jeder Einzelne persönlich für die Stärkung der Demokratie leisten?
Ein besonderes Erlebnis bot das Format „Demokratie zum Anfassen“, in welchem verschiedene Personen des öffentlichen Lebens mit den Schülerinnen und Schülern traten und bereitwillig die zahlreichen Fragen beantworteten. Bei der Auswahl der Teilnehmenden wurde Wert daraufgelegt, dass alle Organe der im Grundgesetz verankerten Gewaltenteilung (Judikative, Exekutive, Legislative) vertreten waren: So beteiligten sich neben der Polizei unter anderem auch die Staatsanwaltschaft Oldenburg, das Amtsgericht Oldenburg sowie Politikerinnen und Politiker an diesem „Dialog auf Augenhöhe“.
Der Präventionsrat der Stadt Oldenburg bot eine Station zur Jugendbeteiligung in Oldenburg an, außerdem war die Polizeiakademie Niedersachsen vertreten.
Betreut wurden die einzelnen Workshops unter anderem von Demokratiepaten/-patinnen der Polizeidirektion Oldenburg, das sind in internen Fortbildungen speziell ausgebildete Polizeibeamtinnen und -beamte.
Zum Abschluss eines jeden Veranstaltungstages wurden die persönlichen Gedanken, Erfahrungen und Perspektiven der Jugendlichen zu einer zentralen Frage gesammelt: „Was bedeutet Demokratie für mich?“
Aus diesen Antworten entstand eine Sammlung von Stimmen, die nun sichtbar gemacht werden.
Und wie werden diese Stimmen sichtbar?
Am 6. November 2026 werden die Stimmen im Rahmen der Abendveranstaltung „Die Nacht der 110 Stimmen“ im Alten Landtag erstmals öffentlich präsentiert.
Zur Veranstaltung eingeladen sind die Mitwirkenden und Teilnehmenden der vergangenen Veranstaltung sowie explizit auch Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte von Schulen, die im Juni nicht dabei sein konnten. Es wird ein Aftermovie gezeigt. Als besonderer Gast wird die Slam-Poetin Annika Blanke erwartet. Im Anschluss werden die Stimmen der Jugendlichen in einer besonderen Form am Alten Landtag inszeniert und für die Öffentlichkeit erlebbar gemacht.
Die Illumination bleibt über die Abendveranstaltung hinaus bis zum 14. November 2026 bestehen. So erhalten auch weitere Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, sich mit den Gedanken und Perspektiven der Jugendlichen auseinanderzusetzen und einen Einblick in ihre Vorstellungen von Demokratie zu gewinnen.
Wie geht es weiter?
Das große Interesse am Projekt „110 Stimmen für unsere Zukunft“ zeigt wie wichtig die Auseinandersetzung mit demokratischen Werten und gesellschaftlicher Teilhabe ist. Deshalb wird die Demokratieveranstaltung 2027 fortgesetzt.