Aktuelle Statistiken und Berichte der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta
Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 (PKS) der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta
Das Oldenburger Münsterland ist und bleibt sicher - Gesamtkriminalität weiter gesunken und die Aufklärungsquote erneut gestiegen
Der Ltd. Polizeidirektor Hendrik Vieth (Leiter der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta) hierzu: "Ich freue mich darüber, dass wir im Oldenburger Münsterland nach wie vor in einer sehr sicheren Region leben. Die Entwicklung der Kriminalitätsbelastung (Taten pro 100.000 Einwohner) ist immer ein wichtiger Indikator für die Sicherheit in unserer Region. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Straftat zu werden, nochmals gesunken. Die Landkreise Cloppenburg und Vechta gehören damit zu den sicheren Landkreisen in Niedersachsen. Umso mehr erschrecken mich insbesondere die Entwicklungen im Bereich der Messerkriminalität und der häuslichen Gewalt!"
Hier ein paar Fakten aus der Polizeilichen Kriminalstatistik das Oldenburger Münsterland betreffend im Überblick:
- Die Gesamtzahl der Straftaten ist erneut um 2 % gesunken
- Die Aufklärungsquote weiter gestiegen
- Rückgang in fast allen Deliktsbereichen
- Kriminalitätsbelastung sinkt: Die sogenannte Häufigkeitszahl (Taten pro 100.000 Einwohner) liegt bei 3.902 und damit auf dem zweitniedrigsten Stand der vergangenen zehn Jahre
- Häusliche Gewalt bleibt ein Problemfeld
- Messerangriffe im Fokus
Rückgang der Gesamtfallzahlen der Straftaten
Die Gesamtfallzahlen sind nach dem historischen Tiefstwert aus dem Jahr 2021 (12.018) unter Pandemieumständen mit 12.624 Taten auf den zweitniedrigsten Wert der letzten 10 Jahre gesunken. Dies sind 267 Taten (-2,07 %) weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig ist die Aufklärungsquote von 64,35 % (2024) auf 65,55 % (+ 1,19 %) gestiegen.
Ein Blick in einzelne Deliktsbereiche
Im Bereich der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta entfallen mit 4.427 Taten die meisten Fallzahlen auf den Bereich der Diebstahlsdelikte (2024: 4.665) und bilden einen prozentualen Anteil von 35,07 % ab. Darauf folgen mit 2.521 Taten (2024: 2.509 Taten) Delikte im Bereich der sonstigen Straftaten mit einem prozentualen Anteil von 19,97 %. Hierunter fallen Delikte wie beispielsweise Sachbeschädigungen, Beleidigungen und Hausfriedensbrüche. Mit einem prozentualen Anteil von 18,57 % und 2.344 Fallzahlen stellen die Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit den drittgrößten Deliktsbereich dar. Vermögens- und Fälschungsdelikten (2.334 Taten) haben einen Anteil von 18,49 % an der Gesamtkriminalität.
Straftaten gegen das Leben
Zu diesen Kapitaldelikten zählen unter anderem Mord, Totschlag und fahrlässige Tötung. Im Vergleich zum Vorjahr (11) konnten hier sechs Taten bei 100 % Aufklärungsquote registriert werden.
Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung
Dieser Deliktsbereich umfasst sämtliche Straftaten des Sexualstrafrechts in Deutschland. Auszugsweise sind hier Straftaten wie sexueller Missbrauch, sexuelle Belästigung und Kinderpornographie genannt. Im Vergleich zum Vorjahr (464) sind die Zahlen bei konstant hoher Aufklärungsquote (93,81 %) mit 420 Fällen im Jahr 2025 rückläufig.
Entwicklung bei den Rohheitsdelikten und den Straftaten gegen die persönliche Freiheit / Messerangriffe im Fokus
Unter diesem Deliktsfeld sind Raubstraftaten, Körperverletzungsdelikte sowie Straftaten gegen die persönliche Freiheit zu verstehen, einschließlich Bedrohung und Nötigung. Für das vergangene Jahr wurden 2.344 Taten verzeichnet (2024: 2.434) Das entspricht einem Rückgang von 90 Taten bei einer Aufklärungsquote von 92,28 %. In diesem Zusammenhang muss allerdings ein starker Anstieg von Angriffen mittels Messer festgestellt werden. Wurden im Jahr 2024 bereits 51 Taten mit dem Tatwerkzeug Messer registriert, gab es im Jahr 2025 erneut einen Anstieg um 31 Taten (82). Trotz einer hohen Aufklärungsquote von 92,68 % bleiben gerade bei Körperverletzungsdelikten und Bedrohungen, bei denen der Angriff mit einem Messer unmittelbar gegen eine Person angedroht oder ausgeführt wird, ein ernstes Problem.
Anstieg der Fallzahlen bei Wohnungseinbruchdiebstählen
Für das Jahr 2025 wurden 214 Fälle des Wohnungseinbruchdiebstahls polizeilich registriert. Dies sind 60 Fälle mehr als im Vorjahr. Davon blieben allerdings auch 78 Taten im Versuchsstadium (2024: 52). Nach mehreren Jahren des Rückgangs ist hier wieder ein leichter Aufwärtstrend zu beobachten. Die dunkle Jahreszeit und günstige Bedingungen, unter anderem nicht geleerte Briefkästen, auf Kipp stehende Fenster oder fehlende soziale Kontrolle innerhalb der Nachbarschaft, erleichtern es Täterinnen und Tätern, unbemerkt in Häuser oder Wohnungen einzubrechen. Gleichwohl zeigt die Anzahl der Versuchstaten, dass viele Wohnungen bzw. Gebäude mittlerweile besser gesichert sind und bei der Bevölkerung ein stärkeres Bewusstsein für Einbruchprävention vorhanden ist.
Gewalt gegen Polizeibeamte
Im Vergleich zum Vorjahr kann in diesem Deliktsbereich zwar ein Rückgang der Fallzahlen um 19 Taten verzeichnet werden (2024: 79 / 2025: 60), allerdings bleiben die Zahlen von Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten, die Opfer eines Angriffs wurden, auf erschreckend hohem Niveau (2024: 188 / 2025: 170). Besorgniserregend ist auch der Anstieg leicht verletzter Einsatzkräfte von 18 (2024) auf 34 (2025). Schwer verletzt wurde glücklicherweise niemand.
Erneuter Anstieg der Fallzahlen im Bereich Häuslicher Gewalt
Im Jahr 2025 wurden insgesamt 933 Fälle mit 911 Opfern von "Häuslicher Gewalt" im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta registriert. Im Jahr 2024 waren es 840 Fälle mit 830 Opfern. Von den 911 Opfern waren 669 Personen weiblich und 242 männlich. Während die Delikte im Kontext familiärer Konflikte mit 299 Fällen gleich blieben, stiegen die Fälle Gewalt in (Ex-) Partnerschaften von 490 auf 563 Fälle an. Ein Opfer verlor 2025 dabei sein Leben.
"Die PKS macht dieses Phänomen zwar sichtbar, bildet aber bekanntlich nur das sog. Hellfeld ab. Das Dunkelfeld liegt deutlich höher. Und hinter jeder Zahl bzw. jedem Fall steht ein Opfer von Gewalt" sagt Lars Zengler, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes. "Daher hat die Verhütung und Bekämpfung von (Ex-)Partnerschaftsgewalt in der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta weiterhin höchste Priorität.", so Zengler weiter.
Kinder- und Jugendkriminalität
Die Anzahl der Fälle, zu denen Kinder und Jugendliche als Tatverdächtige oder Beschuldigte ermittelt wurden, weist im Berichtsjahr 2025 einen leichten Anstieg auf und liegt bei nunmehr 995 Fällen (2024: 948). Der Anstieg ist insbesondere im Bereich der Verbreitung pornographischer Schriften zu sehen (2024: 84 / 2025: 92 / + 9,52 %) Zudem gab es einen Anstieg bei Fällen sexueller Belästigung (2024: 2 / 2025: 8). Auch im Kontext der Diebstahlsdelikte kann mit 3,75 % ein leichter Zuwachs bei den Taten verzeichnet werden (2024: 267 / 2025: 277). Erfreulich hingehen ist der Rückgang bei den Körperverletzungsdelikten (2024: 202 / 2025: 192 / -4,95 %) und Fällen von Nötigung und Bedrohung (2024: 55 / 2025: 48 / - 12,73 %) zu beobachten.
Fazit und Ausblick
Das Oldenburger Münsterland ist und bleibt eine sichere Region. Die hohe und steigende Bereitschaft zur Gewaltausübung bei offensichtlich gleichzeitig sinkender Hemmschwelle ist allerdings auch im Oldenburger Münsterland ein ernst zu nehmendes Phänomen. "Gewalt in Partnerschaften bzw. Ex-Partnerschaften in ihren unterschiedlichsten Formen, gegenüber Polizei- und Rettungskräften und Angriffe mit Messern sind durch nichts zu rechtfertigen." sagt Hendrik Vieth. "Daher setzen wir nach wie vor alles daran, solche Delikte mit allen Mitteln konsequent zu bekämpfen!"
Verkehrsunfallstatistik 2024 der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta
Gesamtzahl der Verkehrsunfälle zum Vorjahr wieder leicht gesunken +++ Verkehrsunfälle mit schweren Unfallfolgen gehen weiterhin stetig zurück +++ Bekämpfung der Hauptunfallursachen auch künftig Aufgabenschwerpunkt der Polizei +++ Verringerung von Verkehrsunfällen unter Beteiligung von Rad- und Pedelec-Fahrenden ein wichtiges Ziel
Vorbemerkungen
Die Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta musste im Jahr 2024 in ihrem Zuständigkeitsbereich insgesamt 7054 Verkehrsunfälle verzeichnen. Dies sind 115 weniger Unfälle als im Vorjahr (2023: 7169). Obwohl in ländlich strukturierten Gebieten, wie dem Oldenburger Münsterland, Verkehrsunfälle mit schwerem Personenschaden häufiger geschehen als in städtischen Bereichen, konnte für die PI Cloppenburg/Vechta jedoch festgestellt werden, dass die Verkehrsunfälle mit schweren Personenschäden weiterhin rückläufig sind. Während im Jahr 2023 noch 204 schwere Verkehrsunfälle registriert wurden, waren es im Jahr 2024 mit 177 Unfällen 29 (13,24 %) weniger.
Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang
Im Jahr 2024 musste die Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta insgesamt 17 Verkehrsunfälle verzeichnen, bei denen 20 Verkehrsteilnehmer/-innen tödliche Verletzungen erlitten. Im Jahr 2023 waren es noch 16 Unfälle mit 16 tödlich verletzten Personen. Dies bedeutet einen leichten Anstieg der Unfälle mit tödlichem Ausgang - im Vergleich zum letzten Jahr. Auf die vergangenen 10 Jahre gesehen ist das Jahr 2024 mit 17 Unfällen auf eher niedrigem Niveau (2015:23 / 2018:25 / 2019:15 / 2021:20). 14 dieser 17 Unfälle ereigneten sich im Landkreis Cloppenburg, 3 Unfälle im Landkreis Vechta. Lediglich 3 Unfälle (beide Landkreise betrachtend) ereigneten sich innerhalb geschlossener Ortschaft. Als häufigste Unfallursache ist hier die Nichtbeachtung der Vorfahrtsregeln (5) zu nennen, gefolgt von nicht angepasster Geschwindigkeit (4).
Verkehrsunfälle mit leicht und schwer verletzten Personen
Bei 160 Verkehrsunfällen wurden 201 Menschen schwer verletzt. Hier ist weiterhin der Abwärtstrend der vergangenen Jahre zu erkennen (2023: 188 Verkehrsunfälle mit 215 Schwerverletzten). Bei diesen Verkehrsunfällen ist nicht angepasste Geschwindigkeit als eine der häufigsten Unfallursachen anzusehen. Bei den Verkehrsunfällen mit leicht verletzten Personen konnte ein leichter Rückgang verzeichnet werden. 2024 wurden demnach 974 Verkehrsunfälle registriert, bei denen 1315 Personen leicht verletzt wurden. Im Jahr 2023 waren dies noch 980 Unfälle mit 1334 leicht verletzten Personen. Dies ist ein Rückgang um 1,42%. Als eine der häufigsten Unfallursachen ist hier die Nichtbeachtung der Vorfahrtsregeln zu nennen.
Der Leiter der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta, Polizeidirektor Hendrik Vieth, führt dazu an: "Wir betrachten die Zahlen der Verkehrsunfälle mit schweren und tödlichen Unfallfolgen mit Besorgnis. Trotz des Rückgangs der Schwerverletzten, ist weiterhin jeder verletzte Verkehrsteilnehmende ein Verletzter zu viel. Daher wird es unser Ziel bleiben, die Zahlen der Verkehrstoten und Verletzten im Straßenverkehr zu senken. Daher arbeiten wir auch weiterhin mit verschiedenen Akteuren zusammen, um durch intensive Verkehrssicherheitsarbeit für mehr Sicherheit im Straßenverkehr in unserem Inspektionsbereich zu sorgen."
Verkehrsunfallursachen
Die nicht angepasste Geschwindigkeit zählt, insbesondere bei den Verkehrsunfällen mit schweren Folgen, zu einer der häufigsten Unfallursachen. So konnte bei 20 von 65 Verkehrsunfällen, bei denen die Unfallursache aufgeklärt werden konnte, nicht angepasste Geschwindigkeit als Unfallursache festgestellt werden. Als weitere Unfallursachen folgten die Vorfahrtsmissachtung (14) oder eine Beeinflussung durch berauschende Mittel (13).
Bei den Verkehrsunfällen mit tödlich verletzten Personen konnte in 5 Fällen die Vorfahrtsmissachtung als häufigste Unfallursache ermittelt werden. Nicht angepasste Geschwindigkeit ist bei 4 Verkehrsunfällen Unfallursache. Hier sind weitere Ursachen Fehler beim Überholen zu nennen.
Bei Verkehrsunfällen, die leichte Verletzungen bei den Unfallbeteiligten nach sich zogen, wurde als häufigste Unfallursache Vorfahrtsmissachtung (86) ermittelt, gefolgt von nicht angepasster Geschwindigkeit (60). Die Unfallursachen Beeinflussung berauschender Mittel (49), Fehler beim Abbiegen (38) und geringer Abstand (37) liegen hier auf gleich hohem Niveau.
Auf die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle sind insbesondere Vorfahrtsverstöße (610) zusammen mit Unterschreitung des gebotenen Abstands (564) als Hauptunfallursachen zu benennen. Weitere festgestellte Unfallursachen sind Fehler beim Abbiegen (257), nicht angepasste Geschwindigkeit (267), die Beeinflussung durch berauschende Mittel (173) und Fehler beim Überholen (167). Im Trend kann festgestellt werden, dass bei der Gesamtheit der Verkehrsunfälle die Unfallursache der nicht angepassten Geschwindigkeit weiterhin abnehmend ist. 2024 wurden 267 Verkehrsunfälle aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit verursacht, 2016 wurde diese Unfallursache noch bei 504 Verkehrsunfällen festgestellt. Dennoch ist die Quote der Verletzten (31,84 %) weiterhin hoch. Bei den 267 Verkehrsunfällen, bei denen eine nicht angepasste Geschwindigkeit als Unfallursache ermittelt werden konnte, wurden 4 Personen tödlich, 20 Personen schwer und 61 leicht verletzt.
"Je höher die Geschwindigkeit, umso schwerwiegender die Verletzungen. Um dem etwas entgegenzusetzen sind weiterhin Geschwindigkeitskontrollen an den Unfallschwerpunkten unerlässlich", verdeutlicht Polizeidirektor Walter Sieveke. Erster Polizeihauptkommissar Ingo Vogt, Leiter des Sachgebiets Verkehr der PI Cloppenburg/Vechta hebt noch einmal die gute Zusammenarbeit mit der kommunalen Geschwindigkeitsüberwachung der beiden Landkreise hervor, die einen wertvollen Beitrag zur Verkehrsunfallbekämpfung leisten.
Risikogruppe Junge FahrerInnen
Die Altersgruppe der jungen Erwachsenen stellt nach wie vor die Risikogruppe mit hohem Anteil an Verkehrsunfällen mit Verletzten dar. So konnten in der Gruppe der 18-24-jährigen insgesamt 235 Verkehrsunfälle mit verletzten Personen verzeichnet werden. Dies entspricht 20,42 % der Gesamtunfälle mit verletzten Personen (1151). In der nächsten Altersgruppe, die der 25-34-jährigen konnten 221 und bei den 45-54-jährigen 160 Verkehrsunfälle gezählt werden.
In den darauffolgenden Altersgruppen ist die Beteiligung an Verkehrsunfällen weiter abnehmend. So stellen nach wie vor die 18-24-jährigen Verkehrsteilnehmer die größte Risikogruppe dar, was bei dieser Gruppe auf nicht angepasste Geschwindigkeit in Zusammenhang mit der geringen Fahrpraxis und Fehleinschätzung von Verkehrssituationen zurückzuführen ist. Aber auch der Konsum von Alkohol oder Drogen und der damit verbundenen höheren Risikobereitschaft im Straßenverkehr spielt hierbei eine Rolle.
"Präventiv werden wir weiterhin an die Fahranfänger und jungen Verkehrsteilnehmer herantreten und sie darauf sensibilisieren, dass die Gefahr schwerer Verletzungen bei hohen Geschwindigkeiten stark zunimmt. Die Zahlen zeigen, dass die Maßnahmen der letzten Jahre greifen" hob Polizeidirektor Walter Sieveke hervor.
Risikogruppe Rad-/Pedelec-Fahrende
Aufgrund geringerer Schutzeinrichtungen bei Rad-/Pedelec-Fahrenden, im Gegensatz zu Pkw-Fahrern, stellt diese Gruppe ebenfalls eine Risikogruppe dar. Gerade Rad- und Pedelec-Fahrende erleiden bei Verkehrsunfällen eher Verletzungen. Gleichzeitig erfreut sich im Rahmen der Mobilitätswende das Fahrrad bzw. Pedelec zunehmender Beliebtheit. Dies zeigt sich auch in der Entwicklung der Unfallzahlen. So wurden 2024 insgesamt 588 Verkehrsunfälle unter Beteiligung Rad-/Pedelec-Fahrenden (2023 523) registriert. Hierbei wurden 7 Rad-/Pedelec-Fahrende getötet (2023: 3), 48 erlitten schwere Verletzungen (2023: 58) und 381 (2023: 355) wurden leicht verletzt. 74,02 % der Verkehrsunfälle unter
Beteiligung von Rad-/Pedelec-Fahrende endeten mit einem Verletzten, was auf die hohe Sturzgefahr und dem geringen Schutz zurückzuführen ist. Von den insgesamt 588 Verkehrsunfällen unter Beteiligung von Rad-/Pedelec-Fahrenden ereigneten sich 462 (273 Radfahrende und 189 Pedelec-Fahrende) innerhalb geschlossener Ortschaft. Dies entspricht 78,57 %.
Betrachtet man die Altersgruppen wird deutlich, dass mit zunehmendem Alter die Beteiligung von Radfahrenden sinkt und die Beteilung von Pedelec-Fahrenden steigt. In den Altersgruppen bis 44 Jahren sind mehr Radfahrende als Pedelec-Fahrende an Verkehrsunfällen beteiligt sind. Ab der Altersgruppe der 45+ wendet sich das Blatt und die Beteiligung von Pedelec-Fahrenden überwiegt in der Beteiligung an Verkehrsunfällen. Mit höherem Alter steigt auch die Zahl der schwer oder tödlich verletzten Personen. "Als Rad- oder Pedelec-Fahrender fehlt die sogenannte Knautschzone, die man im Auto hat. Daher ist es von enormer Wichtigkeit, dass man sowohl auf dem Fahrrad als auch auf dem Pedelec einen Sturzhelm trägt. Dieser kann die Gefahr schwerer Kopfverletzungen deutlich absenken. Außerdem empfehle ich, dass Radfahrende den Blickkontakt zu Autofahrenden suchen sollten, insbesondere bei Einmündungen und Grundstückszufahrten", gab EPHK Ingo Vogt, Leiter des Sachgebiets Verkehr der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta, zu bedenken. "Die Problematik der doch recht hohen Anzahl an Verletzten unter Beteiligung von Rad-/Pedelec-Fahrenden haben wir erkannt. Die Quote 74,02 % Verletzten ist zu hoch! Gemeinsam mit unserem Präventionsbereich haben wir verschiedene Ideen erarbeitet. Unter anderem veranstaltet POK Marina Gunz, Verkehrssicherheitsberaterinnen der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta seit einigen Wochen gemeinsam mit verschiedenen Kooperationspartnern Veranstaltungen rund um das Thema "Sicher unterwegs mit dem Pedelec", ergänzt Polizeidirektor Walter Sieveke.
Unfallursache Alkohol
Fahren unter der Beeinflussung berauschender Mittel wie Alkohol zählt weiterhin zu den gefährlichsten Unfallursachen im Straßenverkehr. So wurden 2024 insgesamt 163 Verkehrsunfälle registriert, bei denen als Unfallursache Beeinflussung von Alkohol feststand. Hierbei kam es auch zu Personenschäden. So wurden insgesamt 53 Personen bei Unfällen verletzt, 10 Personen erlitten schwere Verletzungen, 43 leichte. Dies stellt eine Steigerung um 15 Verkehrsunfälle gegenüber dem Vorjahr (2023:148) dar. Diese Steigerung spiegelt sich jedoch in der Ursache "Drogen" nicht wider. Hier wurde eine Reduzierung der Unfälle von 12 auf 10 und eine Reduzierung der Verletzten von 8 auf 5 registriert. In diesem Zusammenhang weist Polizeidirektor Walter Sieveke, Leiter Einsatz der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta, auf folgendes hin: "Mit dem Gesetz zum kontrollierten Umgang mit Cannabis kann die Droge zwar unter den dort genannten Voraussetzungen legal konsumiert werden, was aber nichts an der Tatsache ändert, dass nicht berauscht gefahren werden darf. Es wird umso wichtiger, die Wirkung von Cannabis zu berücksichtigen und klar zwischen Konsum und Fahren zu trennen.
Verkehrsunfallflucht
Wenn man im Straßenverkehr einen anderen schädigt, sich aber ohne um den Schaden zu kümmern den Unfallort verlässt, stellt dies eine Straftat nach § 142 StGB, der Verkehrsunfallflucht, dar. Noch immer werden bei nahezu jedem fünften Verkehrsunfall von einem der Beteiligten Angaben zu seiner Beteiligung an dem Verkehrsunfall nicht gemacht. Im Jahr 2024 war dies bei 1366 (19,36 %) Verkehrsunfällen der Fall. Die Polizei konnte jedoch in 39,4 % der Fälle den Unfallbeteiligten ermitteln. Das Ergebnis bewegt sich somit auf einem ähnlich hohen Niveau wie in den vergangenen Jahren 2022 (40,2 %) und 2023 (38,7 %).
Verkehrsbeteiligung E-Scooter
Erstmalig betrachten möchten wir nun auch die Verkehrsunfälle, welche sich unter Beteiligung von E-Scootern ereignet haben. Im Jahr 2022 gab es lediglich 22 Unfälle unter Beteiligung eines E-Scooters, 2024 waren es bereits 42 Unfälle. Setzt man dieses in Bezug zu den Gesamtunfallzahlen aus 2024 (7054) war lediglich bei 0,6 % der Unfälle ein E-Scooter beteiligt. Hoch ist jedoch der Anteil der Verletzten Personen. Bei den 42 Unfällen waren 36 Unfälle mit Personenschaden, 31 leicht Verletzte und 5 schwerverletzte.
Wildunfälle
2024 ereigneten sich 1527 Wildunfälle im Bereich der PI Cloppenburg/Vechta. Dies stellt einen Anteil von fast 22 % zum Gesamtunfallgeschehen dar. Bei lediglich 3 Unfällen kam es zu Personenschäden, die wiederum insbesondere auf Ausweichvorgänge zurückgeführt werden konnten. Betrachtet man die vergangenen Jahre (bis 2013) ist dies der geringste Wert den die Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta zu verzeichnen hat. Baumunfälle Die Anzahl der Baumunfälle ist gegenüber dem Vorjahr um 28 auf 137 gesunken. Bei 45,99 % der Baumunfälle (63) kam es zu einem Personenschaden. Dabei wurde eine Person getötet, 17 schwer und 45 leicht verletzt. Betrachtet man auch hier die vergangenen Jahre (bis 2013) ist dies der zweitniedrigste Wert. Lediglich im Jahr 2022 (125) gab es weniger Baumunfälle. Die Zahl der Unfälle mit Personenschäden ist in diesem Betrachtungszeitraum die niedrigste.
Fazit
"Bei der Entwicklung der Verkehrsunfallzahlen sehen wir uns weiterhin auf einem guten Weg. Die Zahl der schweren Folgen hat sich verringert", hob Polizeidirektor Walter Sieveke hervor. "Dennoch werden wir weiter auf die Verkehrsteilnehmer positiv einwirken. Unter anderem werden wir auf Präventionsveranstaltungen die Unfallrisiken darstellen, aber auch auf die Gefahren durch Fahrten unter Drogen-, Alkohol- oder Medikamenteneinfluss aufmerksam machen. Neben den präventiven Maßnahmen werden wir die repressiven Maßnahmen, wie z. B. die Geschwindigkeitsüberwachung und die Alkohol- und Drogenkontrollen weiterhin in dieser Intensität fortführen", kündigt er weiter an. "Mit Blick auf die schweren Verkehrsunfälle, die wir im laufenden Jahr 2025 bereits zu verzeichnen hatten erscheint dies wichtiger denn je!"
Polizeidirektor Hendrik Vieth ergänzt: "Unser Ziel ist es die schweren und tödlichen Unfallfolgen weiterhin zu minimieren, aber auch die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle zu reduzieren, damit sich jede Bürgerin und jeder Bürger sicher im Straßenverkehr fortbewegen kann. Fahren Sie vorausschauend, verantwortungsbewusst und nehmen Sie Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer".